Einblicke in die Arbeitsgruppen des Wohnprojekts Sheridanpark.
Das Wohnprojekt im Sheridanpark entwickelt sich nicht nur baulich, sondern auch organisatorisch Schritt für Schritt. Die zukünftigen Bewohner*innen haben sich in verschiedenen Arbeitsgruppen (AGs) zusammengeschlossen, um aktiv mitzuwirken: von der AG Selbstverwaltung, die z.B. das Gemeinschaftsgeld organisiert, über die AG Komm (Kommunikation), die etwa die interne Plattform und Informationsflüsse betreut, bis zu AG GrünNachhal, die z.B. Ideen zum Garten und nachhaltige Themen erarbeitet. Weitere Gruppen wie AG Räume, AG Miteinander und AG QuaKuNa (Quartier, Kunst, Nachbarschaft) kümmern sich um die Nutzung gemeinsamer Räume, das Miteinander, Nachbarschaftsprojekte und kulturelle Vernetzung. Die AGs entwickeln Konzepte, bringen Themen in den Wohnrat ein (der sich wiederum aus Vertretern aller AGs zusammensetzt), bereiten Entscheidungen im Plenum vor und setzen Projekte gemeinsam um – so wird das Wohnprojekt von Anfang an zu einem lebendigen Gemeinschaftsprojekt.
Kurzer Einblick in eine Auswahl (!) von Aktivitäten der Arbeitsgruppen:
AG Selbstverwaltung & Eigenleistung
Die AG Selbst (Selbstverwaltung) hat das Gemeinschaftsleben im Fokus, das neben einer Organisationsstruktur der gemeinsamen Räumlichkeiten und Aktivitäten auch finanzieller Mittel bedarf.
Dafür wurde der Verein „Willis Kollektiv" gegründet, um bereits jetzt – vor Einzug – Gemeinschaftsgeld zu verwalten. Nach einem Stimmungsbild Ende 2024, einer Umfrage Anfang 2025 und Diskussionen im Plenum im Februar, hat sich das Plenum im Mai nun auch ohne Einwände auf ein erarbeitetes Konzept geeinigt: das Gemeinschaftsgeld. Es dient dazu, Anschaffungen für die Gemeinschaft zu ermöglichen – von Werkzeugen über Küchenausstattung bis zu Möbeln für Gemeinschaftsräume.
Empfohlen wird ein freiwilliger Beitrag von 10€ pro erwachsener Person und Monat, je nach persönlichen Möglichkeiten auch mehr oder weniger. Ein wichtiger Punkt: Die Beiträge sind freiwillig und werden nicht kontrolliert und es gibt ein- bis zweimal im Jahr eine transparente Übersicht über das vorhandene Kapital.
AG Kommunikation
Viele Bereiche des Zusammenlebens sind Schnittstellen-Themen unter den AGs. Auch das gemeinsame Feste feiern und die Organisation der Sitzungen im Plenum sind wichtig. U.a. hier ist die AG Miteinander am Start. Schon jetzt zeichnet sich die Bewohnerschaft durch vielfältige und ausgezeichnete Buffets bei allen Zusammenkünften aus! Jeder trägt etwas dazu bei. Auch das gemeinsame Genießen ist gemeinschaftsfördernd.
Dass es grundsätzlich einen regen Austausch gibt, liegt nicht zuletzt auch an der durch die AG Komm eingeführten Kommunikationsplattform mit Chatfunktion, auf die alle Bewohner*innen Zugriff haben. Hier können etwa Daten abgelegt oder Fotos ausgetauscht werden. Außerdem gibt es alle zwei Monate einen internen Newsletter. Auch Umfragen und dergleichen werden in Zusammenarbeit aus Arbeitsgruppen und AG Komm über das Tool erstellt.
Dass viele sich schon jetzt – vor Einzug – freundschaftlich verbunden fühlen, liegt nicht zuletzt auch an Initiativen aus der Bewohnerschaft wie regelmäßige Stammtische und das Format „WOGENAU bewegt sich". Wer aus der Mitgliedschaft der WOGENAU eG sich hier beteiligen will, ist immer herzlich eingeladen.
AG Grün & Nachhaltigkeit
Die AG GrünNachhal kümmert sich um den Außenbereich und die Dachterrasse. Ziele sind ein grünes, nutzbares und nachhaltiges Umfeld sowie aktive Eigenleistung durch die Bewohner*innen. Das WOGENAU-Haus erfreut sich vieler Freiflächen: einen grünen Quartiersplatz, Fassadenbegrünung, einen großen Gemeinschaftsgarten und einer gemeinschaftlichen Dachterrasse.
Die Freiraumplanung der Landschaftsarchitekten toponauten sieht in dezidierten Bereichen Eigenleistung in Gestaltung und Bepflanzung (Dachterrasse, Hochbeete etc.) vor. Im Wohnalltag wird auch hier der Einsatz der Bewohnerschaft gefragt sein – vom Rasenmähen bis zur Wasserversorgung über die hauseigene Zisterne, von der Pflanzenpflege und -schnitt bis zur Kompostinstallierung- und -betreuung. Da nachhaltiges Handeln groß geschrieben wird und Einkaufsmüll und Transportwege reduziert werden sollen, erarbeitet die AG auch Konzepte zum gemeinsamen Einkauf und Lager.
Mobilität & Sharing
Die AG GrünNachhal beschäftigt sich außerdem mit nachhaltiger Mobilität. Die Tiefgarage des Wohnprojekts konnte nach Vorlage eines Mobilitätskonzepts einem Stellplatzschlüssel von 0,5 folgen. Dadurch konnte die Größe der Tiefgarage minimiert werden (Kosteneinsparung).
Das Mobilitätskonzept beinhaltet verschiedene Positionen des Sharings – u.a. Lastenfahrräder und PkWs. In Zusammenarbeit mit der AG Komm (Kommunikation) wurde eine Umfrage zur zukünftigen Nutzung von PKWs erstellt.
Diese hat ergeben:
- Viele Haushalte besitzen kein Auto oder wollen teilen.
- Regelmäßiger PKW-Bedarf ist selten, gelegentlicher Zugriff wird bevorzugt.
- Sharing in Kleingruppen (2–3 Haushalte) ist am beliebtesten.
Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf eine detaillierte Auswertung der Umfrage und die konkrete Erarbeitung von Sharingkonzepten für die „Fahrzeugflotte“ der WOGENAU, die auch Lastenräder, Fahrradanhänger und E-Bikes zur Ladeplanung einschließt.
AG Gemeinschaftsbereiche & Nutzungskonzepte
Die AG Räume beschäftigt sich intensiv mit allen Gemeinschaftsräumen: Salon, Werkstatt, Foyer, Café/Kiosk, Co-Working-Raum, Jokerraum, Gästeappartement und Waschsalon. Ziel ist es, im Vorfeld Nutzung, Gestaltung und Ausstattung optimal zu planen. Folgende Fragen werden u.a. bearbeitet:
Inventar & Ausstattung: Welche Möbel, Geräte und technischen Lösungen braucht jeder Raum?
Gestaltungsfreiheit vs. Abstimmung: Einzelne Bereiche und Ausbauten der Ge-meinschaftsräume werden von den Architekten in Absprache mit Vorstand und AGs ausgestattet. Um eine Grundlage für die Auswahl von weiterem Mobiliar zu schaffen, wird ein Gestaltungsrat eingerichtet. Nicht jedes überflüssige Privatsofa soll im Gemeinschaftsbereich eine neue Heimat finden, dennoch kann durchaus Gebrauchtes zumEinsatz kommen. Dafür Methoden und ent- sprechende Vorgehensweisen zu entwickeln wird die Aufgabe des Gestaltungsrates sein.
Nutzungskonzept: Die meisten Räume haben eine definierte Nutzung – allerdings müssen Nutzungskonzepte zur Verwaltung, Ausstattung und Instandhaltung der Räumlichkeiten entwickelt werden. Wie wird die Belegung geregelt? Wie wird eine höchstmögliche Nutzung erreicht? An wen richtet sich das jeweilige Angebot? Nur an die WOGENAU-Bewohnerschaft oder auch an Nachbarschaft und externe Interessierte?